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Was mich antreibt oder: Mein inneres Feuer!

Was mich antreibt oder: Mein inneres Feuer!

Was mich antreibt, will ich mit einem Bild verdeutlichen (angeregt durch eine Reise in finnisch-Lappland):

 

Ein offenes Feuer brennt in einer rundgebauten Hütte.
Es wärmt. Seine Flammen erhellen den Raum. Es tut gut.

 

Das Feuer bringt Menschen zusammen. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Doch das spielt hier keine Rolle. Das Feuer eint alle auf geheimnisvolle Weise. Die Menschen kommen aus allen Ländern der Erde. Sie bringen ihre einzigartigen Lebensgeschichten mit.
Das Feuer lädt ein, in die Nähe zu kommen, sich zu wärmen und feine Speisen zu kosten.

 

Die kalten Herzen der Menschen werden warm, und so erzählen sie einander ihre spannenden Lebensgeschichten. Auch wenn Gott nicht immer explizit genannt wird, so stellt niemand in Frage, dass er in Jesus Christus präsent ist.

 

Am Feuer spielt es keine Rolle, ob ich Bäume ausreissen kann oder einfach zur Ruhe kommen will. Alle staunen, dass am Feuer niemand anders sein muss als er oder sie ist. Gerade deshalb besteht ein reger Austausch untereinander.

 

Manchmal entstehen heftige Diskussionen. Meinungsunterschiede werden nicht verdrängt, sondern im gegenseitigen Hören und Reden ausgetragen. Das hält die Gemeinschaft lebendig. Jede/r spürt, ich bin wichtig mit meiner Meinung. Und alle lernen immer wieder dazu. Niemand behauptet, die Wahrheit zu wissen. Diese findet sich allein in Gott selbst.

 

Die Gesichter der Menschen am Feuer glänzen. Nicht wegen der Wärme. In ihnen spiegelt sich die Freundlichkeit Gottes.

 

In die Hüttenwand sind grosse Fenster eingebaut. Die Gemeinschaft am Feuer ist kein Geheimbund und kein geschlossener Verein. Die Fenster machen neugierig, was am Feuer passiert. Und diejenigen in der Hütte bekommen mit, was draussen los ist. Die grosse Tür der Hütte öffnet sich regelmässig. So sehen und riechen immer wieder andere Menschen das Feuer und lassen sich einladen. Und es dauert nicht lang, da spiegelt sich auch in ihrem Gesicht die Freundlichkeit Gottes.

 

Der Schein des Feuers leuchtet aus der Hütte heraus. Und man hat den Eindruck, dass auf den grossen Plätzen der Stadt ein Ableger des Feuers brennt. Das Feuer will allen Menschen Gutes tun. Darum leuchtet es auch ausserhalb der Hütte. Wer einmal die Wärme des Feuers in seinem Herzen gespürt hat, den lässt es nicht wieder los. Gott und Menschen sind gemeinsam unterwegs.

 

Das Feuer ist die Gute Nachricht von der befreienden Kraft Gottes, die du und ich erfahren können. Je näher du dem Feuer kommst, desto stärker lebt in dir diese Kraft. Sie befreit aus der Enge in die Weite. Sie befreit von Lasten, die Menschen niederdrücken. Sie befreit zu Dankbarkeit. Sie befreit dazu, Mitmenschen als Bereicherung zu erfahren. Sie befreit dazu, Gott als Liebhaber des Lebens zu erfahren. Mit ihm lebt es sich ruhiger, spannender und dankbarer.

 

Was mich antreibt? Die Überzeugung, dass dieses skizzierte Bild Realität werden muss. Für den Frieden in dieser Welt. Und damit Gott als der erkannt wird, ohne den dem Leben die nötige Würze fehlt.

 

Gunnar Wichers, Pfarrer